Auf diesen Seiten möchte ich unter 'Autoren' und 'Sonstiges' Texte veröffentlichen, die mir in meinem Berufsleben als Deutsch- und Lateinlehrer wichtig waren. Unter 'Komponisten' können Sie vor allem Beschreibungen kammermusikalischer Werke finden. Als Vorsitzender des Kulturausschusses in Rösrath hatte ich 20 Jahre lang 250 Mal Rösrather 'Schlosskonzerte' organisiert; hinzu kamen in den letzten Jahren Konzerte in der ServiceResidenz Schloss Bensberg. Wichtig war mir dabei, die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf Besonderheiten der aufgeführten Werke zu richten. Anfangs kopierte ich zu diesem Zweck die Texte aus Reclams Kammermusikführer. Da mir manches zu 'poetisch', manches zu wissenschaftlich erschien, habe ich das Wissen, das ich diesem Musikführer und anderen Publikationen entnahm, in die für mein Publikum passende Sprache umgeformt, sozusagen als Laie für Laien und häufig auch, ohne dass mir die Noten vorlagen. Möglicherweise könnten diese Texte auch in Programmhefte anderer Konzertreihen übernommen werden - mit entsprechenden Änderungen. Freuen würde ich mich besonders, wenn sie dem einen oder anderen Musikliebhaber den Zugang zu den Werken der Kammermusik ein wenig erleichterten. Unter ‚Komponisten’ und ‚Autoren’ finden Sie auch einige Texte, die ich als Ankündigung von Aufführungen in Bergisch Gladbach geschrieben habe.
Das nächste Konzert in der ServiceResidenz:
Matinéen – Klangvolle Sonntage Sonntag, den 22. Januar 2012, 11.00 Uhr ServiceResidenz Schloss Bensberg
Alinde Quartett Preisträger der Werner Richard-Dr. Carl Dörken Stiftung 1. Preis Schmolz + Bickenbach Wettbewerb Düsseldorf 2010
Eugenia Ottaviano und Jordi Rodriguez Cayuelas (Violine) Magdalena Härtl (Viola) - Lukas Wittermann (Violoncello) Joseph Haydn: Streichquartett g-Moll op. 74/3 (‚Reiterquartett‘)
Béla Bartók: Streichquartett Nr. 6 Sz 114
Franz Schubert: Streichquartett d-Moll D 810 „Der Tod und das Mädchen“
Haydn: Streichquartett g-Moll op. 74/3 „Dieses Gepräge eines großen Genies findet sich vorzüglich in jenen neuern Quartetten, welche er für den Hrn. Grafen von Apponyi geschrieben hat." (Jahrbuch der Tonkunst von Wien und Prag 1796). Gemeint sind die sechs Quartette op. 71/74, die Haydn 1793 geschrieben hatte und von denen das in g-Moll das beliebteste ist. Tatsächlich ist Haydns G-Moll-Quartett ein großes Kunstwerk, das leicht und quicklebendig daherkommt. Es wird ‚Reiterquartett‘ genannt; aber die fröhliche und übermütige Musik z. B. des Ersten Satzes passt besser zu einem springlebendigen Fohlen als zum Bild eines Reiters. Der ergreifende Langsame Satz, ein ‚Largo‘ von tiefem, fast religiösem Ernst machte bei der ersten Aufführung 1794 in London Sensation. Welch ein kunstsinniges und sensibles Publikum waren doch damals die Londener! Der Dritte und Vierte Satz sprüht wieder vor geistreichem Witz und guter Laune.Bartók: Streichquartett Nr. 6 In Reclams Kammermusikführer (1959) heißt es über die sechs Streichquartette Bartóks, sie seien „Ereignisse in der Musik der Gegenwart insgesamt. Technisch und geistig sind sie derart anspruchsvoll, dass nur den besten Quartettvereinigungen eine gültige Wiedergabe gelingt.“ Das sechste und letzte dieser Quartette entstand kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und kurz vor Bartóks Emigration nach Amerika. Und so sprechen aus diesem Quartett Verzweiflung über den Lauf, den die Weltgeschichte genommen hatte. Im Zweiten und Dritten Satz erscheint diese Verzweiflung als grimmiger Humor, im Vierten Satz als tiefe Trauer. Es finden sich aber auch stimmungsvoll-lyrische Stellen, ja sogar Anklänge an die Zigeunermusik Ungarns, die Bartók kennengelernt hatte, als er die „Bauernmusik“ Ungarns studierte und durch sie „auf die Möglichkeit einer vollständigen Emanzipation von der Alleinherrschaft des bisherigen Dur- und Moll-Systems gebracht“ (Bartók) wurde.
Schubert: Streichquartett d-Moll D 810 Zu den ganz großen Werken der Kammermusik zählen Schuberts Streichquintett und die letzten Streichquartette. Am bekanntesten von diesen ist das Quartett mit der Bezeichnung ‚Der Tod und das Mädchen‘. Schubert hatte ein Gedicht von Matthias Claudius, das diesen Titel trägt, vertont; die zweite Strophe dieser Vertonung (Der Tod spricht zum Mädchen, das den Tod fürchtet: „Bin Freund, und komme nicht, zu strafen./Sei guten Muts! ich bin nicht wild,/Sollst sanft in meinen Armen schlafen!) verarbeitet Schubert in seinem Quartett zu einem wundervollen Variationensatz. Das Tröstliche ist aber auf diesen Satz beschränkt; ansonsten prägt Schuberts schmerzliches Leiden am Leben („ ... ich fühle mich als den unglücklichsten, elendesten Menschen auf der Welt.“) das Werk: sein Beginn erinnert an das Schicksalsmotiv der Fünften von Beethoven und der letzte Satz ist ein „atemberaubenden Totentanz“.
Alinde Quartett Die vier jungen Musiker Eugenia Ottaviano, Magdalena Härtl, Jordi Rodriguez und Lukas Wittermann, die im November 2011 in der ServiceResidenz zum ersten Mal aufgetreten waren und unser Publikum begeistert hatten, fanden sich in Düsseldorf im Sommer 2010 während ihres Studiums zusammen und entdeckten ihre gemeinsame Idee und Begeisterung für das Streichquartettspiel. Bereits nach drei Monaten ihres Zusammenspiels gewann das Alinde Quartett den 1. Preis beim „Schmolz & Bickenbach“-Wettbewerb in Düsseldorf. Unterricht und Kurse nimmt das Quartett regelmäßig bei Ida Bieler, Jürgen Kussmaul und Christoph Richter. Ferner arbeitete es mit dem „Mannheimer Streichquartett“ und dem Komponisten Wolfgang Rihm. Das Quartett erhält ein Stipendium des Vereins „Yehudi Menuhin Live-Music-Now“ und der „Werner Richard - Dr. Carl Dörken Stiftung“. An der kürzlich eröffneten „Ida Bieler Streicherakademie“ in Köln geben die vier Musiker sowohl einzeln als auch als Quartett Unterricht und Kurse. Im letzten Sommer war das Alinde-Quartett beim „Festival der Zukunft“ in Ernen (Schweiz) zu hören.
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