Caesar
J. R. Becher
Jakob der Lügner
Gedichte
Gedichte
Leben des Galilei
weitere Stücke
‚Der kaukasische Kreidekreis'
Drei Groschen Roman
Drei Groschen Oper
Brentano
Büchner
Buslau
Die Pest
In Verrem
De officiis
De re publica
Der Besuch der alten Dame
Gedichte
Aus dem Leben eines Taugenichts
Einhard
Erasmus
Faust I
Gotthelf Die schwarze Spinne
Grass Blechtrommel
Gryphius Gedichte
Härtling Kinderbücher
'Ich denke oft an Piroschka'
Haushofer
Hebbel
Gedichte
Heym Georg
Heym Stefan
Die Outsider
Oden Hymnen
Oden Buch I
Oden Buch II
Oden Buch III
Oden Buch IV
carmen saeculare
Epoden
Sermones/Satiren
Keller Gottfried
King Stephan
Kleist
Krechel
Lersch
Nathan der Weise
Liliencron Gedichte
Livius Römische Geschichte

II,5

Geduld mit dem heranwachsenden Mädchen



Alkäische Strophe



Nondum subacta ferre iugum valet
cervice, nondum munia comparis
aequare nec tauri ruentis
in venerem tolerare pondus.
subigo, egi, actum, ere (sub u. ago), untertreiben, unter etwas hintreiben, beugen, niederbeugen, unterjochen; munia, ium, n.: die Leistungen, die jmdm. obliegen, die Pflichten, Geschäfte, das Tagewerk; com-par, paris: im Verhältnis zueinander gleich, der Gefährte; aequo, avi, atum, are (aequus), gleichmachen, erreichen, ihm gleichkommen; venus: u. a. Beischlaf, Begattung;


Noch ist es nicht stark, das Joch mit gebeugtem Nacken zu tragen, noch nicht, die Leistungen des Gefährten zu erreichen und nicht, das Gewicht des in die Begattung stürzenden Stiers zu ertragen.



Circa virentis est animus tuae
campos iuvencae, nunc fluviis gravem
solantis aestum, nunc in udo
ludere cum vitulis salicto

praegestientis. Tolle cupidinem
immitis uvae: iam tibi lividos
distinguet autumnus racemos
purpureo varius colore;

iam te sequetur; currit enim ferox
aetas et illi quos tibi dempserit
adponet annos; iam proterva
fronte petet Lalage maritum,

dilecta, quantum non Pholoe fugax,
non Chloris albo sic umero nitens
ut pura nocturno renidet
luna mari Cnidiusve Gyges,

quem si puellarum insereres choro,
mire sagacis falleret hospites
discrimen obscurum solutis
crinibus ambiguoque voltu.
subigo, egi, actum, ere (sub u. ago), untertreiben, unter etwas hintreiben, beugen, niederbeugen, unterjochen; munia, ium, n.: die Leistungen, die jmdm. obliegen, die Pflichten, Geschäfte, das Tagewerk; com-par, paris: im Verhältnis zueinander gleich, der Gefährte; aequo, avi, atum, are (aequus), gleichmachen, erreichen, ihm gleichkommen; venus: u. a. Beischlaf, Begattung; virens, entis, PAdi. (v. vireo), I) grünend, grün, blühend, in der Blüte der Jugend stehend, jugendlich; iuvenca, ae, f.: ein Mädchen, eine Jungfrau, eine junge Kuh, Färse; solor, otus sum, ari: trösten, erleichtern, lindern, mildern, beschwichtigen, zu lindern (zu mildern, zu beschwichtigen) suchen, erträglich machen oder vergessen machen; udus: feucht nass; vitula, ae, f.: (v. vitulus), ein junges weibliches Rind, das Kalb; salictum, i: Weidengebüsch; praegestire: ausgelassen, in Herzenslust sich freuen; tollere: u. a. aufheben, beseitigen, tilgen, vertilgen, vernichten; immitis,e: herb, unreif, lividus: bläulich; iam: u. a. dann bestimmt (gewiß), so bestimmt (gewiß);
distinguere: absondern, trennen, abteilen, auszeichnen; racemus: Weintraube, -beere; protervus: ungestüm, heftig, schamlos, unverschämt, frech, u. im milderen Sinne dreist, keck; fallo, fefelli (falsum), ere: ausgleiten machen, einen Fehltritt tun lassen; ambiguus, a, um: sich nach zwei Seiten hinneigend, zweideutig,


Nach grünenden Feldern steht der Sinn deines jungen Rinds, lindernd im Fluss die drückende Schwüle, dann ausgelassen sich freuend mit den Kälbchen im feuchten Weidengebüsch zu spielen.

Tilge die Begier nach der unreifen Traube: dann wird dir der bunte Herbst gewiss die bläulichen (Zeichen der beginnenden Reife) Beeren mit purpurne Farbe auszeichnen;

dann wird sie dir gewiss folgen; denn die ungestüme Zeit enteilt und jener fügt sie die Jahre hinzu, die sie dir genommen hat; dann wird gewiss Lalage mit kecker Stirn den Gatten erwählen,

geliebt wie nicht die spröde Pholoe, nicht die Chloris, mit ihrer weißen Schulter so strahlend, wie der reine Mond auf dem nächtlichen Meer widerglänzt oder wie der Gnidier Gyges,

wenn du diesen dem Chor der Mädchen einreihen würdest, würde die Entscheidung (der Unterschied zu den Mädchen), verdunkelt durch aufgelöste Haare und den zweideutigen Gesichtsausdruck, auch die scharfsinnigen Gäste erstaunlich ausgleiten lassen.



II,04 Die Herkunft der Geliebten ist unwichtig. / II,06 Vom seligen Altern und Sterben

HaftungsausschlussImpressum